Wer regelmäßig trainiert, kennt das Problem: Trotz frischer Wäsche hält sich ein muffiger Schweißgeruch aus Sportkleidung oft hartnäckig. Besonders Funktionswäsche aus synthetischen Stoffen wie Polyester ist anfällig für dieses Phänomen. Doch warum reicht normales Waschen oft nicht aus, und wie bekommen Sie Ihre Trainingssachen wieder hygienisch rein? In diesem Artikel erfahren Sie die besten Methoden und Hausmittel.
Warum riecht Sportkleidung nach dem Waschen?
Der Grund, warum Schweißgeruch aus Sportkleidung so schwer zu entfernen ist, liegt in der Struktur der Fasern und der Waschtemperatur. Moderne Funktionskleidung besteht meist aus synthetischen Materialien. Diese sind zwar atmungsaktiv und leiten Feuchtigkeit ab, bieten aber leider auch eine perfekte Oberfläche für Bakterien. Diese Mikroorganismen zersetzen den Schweiß und verursachen den typischen stechenden Geruch.
Das Problem verschärft sich dadurch, dass Sportkleidung meist nur bei 30 oder 40 Grad gewaschen werden darf. Diese Temperaturen reichen oft nicht aus, um alle geruchsbildenden Bakterien abzutöten. Die Folge: Sobald Sie die Kleidung wieder tragen und erwärmen, "erwachen" die Bakterien und der Geruch kehrt sofort zurück.
Effektive Hausmittel gegen Schweißgeruch
Bevor Sie zu aggressiven chemischen Reinigern greifen, können bewährte Hausmittel Wunder wirken, um den Schweißgeruch aus Sportkleidung zu lösen.
1. Das Essigbad
Essig ist ein starker antibakterieller Helfer. Er neutralisiert Gerüche und tötet Keime ab, ohne die Fasern zu schädigen.
- Anwendung: Füllen Sie eine Schüssel mit warmem Wasser und geben Sie eine halbe Tasse hellen Tafelessig (keine Essigessenz!) hinzu.
- Einwirkzeit: Lassen Sie die betroffene Kleidung etwa 30 bis 60 Minuten darin einweichen, bevor Sie sie wie gewohnt waschen.
2. Zitronensäure für helle Wäsche
Ähnlich wie Essig wirkt Zitronensäure, eignet sich aber besser für helle Textilien, da sie leicht bleichend wirken kann.
- Anwendung: Lösen Sie etwas Zitronensäure-Pulver in Wasser auf (Dosierung laut Packung) und weichen Sie die Kleidung ein.
3. Natron oder Backpulver
Wenn der Schweißgeruch aus Sportkleidung sehr intensiv ist, kann Natron helfen. Es bindet Gerüche hervorragend.
- Anwendung: Geben Sie einen Esslöffel Natron direkt zum Waschmittel in das Hauptwaschfach.
Die richtige Waschroutine für Funktionswäsche
Neben Hausmitteln ist die korrekte Handhabung der Waschmaschine entscheidend, um dauerhaft Schweißgeruch aus Sportkleidung zu vermeiden.
Spezialwaschmittel und Hygienespüler
Herkömmliche Vollwaschmittel enthalten oft Enzyme, die für Baumwolle optimiert sind, aber synthetische Membranen verstopfen können. Nutzen Sie ein spezielles Sportwaschmittel. Dieses ist darauf ausgelegt, Fasern schonend zu reinigen und Gerüche zu neutralisieren.
Da Sie meist nicht heiß waschen können, empfiehlt sich die Zugabe eines Hygienespülers in das Weichspülerfach. Dieser tötet Bakterien und Pilze auch bei niedrigen Temperaturen (ab 20°C) zuverlässig ab.
Verzichten Sie auf Weichspüler!
Dies ist der wichtigste Tipp: Verwenden Sie niemals Weichspüler für Sportkleidung. Weichspüler legt sich wie ein Film über die Fasern. Das verstopft die Poren der Funktionswäsche ("Atmungsaktivität" geht verloren) und schließt Bakterien sowie Schmutz im Gewebe ein. Der Schweißgeruch aus Sportkleidung wird dadurch konserviert statt entfernt.
Sofortiges Aufhängen
Lassen Sie feuchte Sportkleidung niemals lange in der Sporttasche oder im Wäschekorb liegen. Bakterien vermehren sich in feuchtem, warmem Milieu explosionsartig. Hängen Sie die Sachen nach dem Training sofort zum Trocknen auf, wenn Sie sie nicht direkt waschen können.
Wann ist die Kleidung nicht mehr zu retten?
Wenn trotz Essigbad, Hygienespüler und Spezialwaschmittel der Schweißgeruch aus Sportkleidung nicht weicht, sind die Fasern oft dauerhaft geschädigt oder mit Biofilmen besetzt. In diesem Fall hilft meist nur noch der Austausch der Kleidung. Eine regelmäßige, korrekte Pflege von Anfang an zögert diesen Zeitpunkt jedoch deutlich hinaus.